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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:467-9724
URL: http://dokumentix.ub.uni-siegen.de/opus/volltexte/2016/972/


Altersgruppen in städtischen Teilräumen : theoretische Grundlagen, empirische Untersuchungen und verwaltungspraktische Anwendungen am Beispiel der Kleinstadt Drolshagen

Age groups in urban subspaces : theoretical foundations, empirical investigations and practical administrative applications taking the town of Drolshagen as an example

Schwalbach, Gerrit

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SWD-Schlagwörter: Altersgruppe , Spatial turn , Kleinstadt , Demographie
Freie Schlagwörter (Deutsch): Drolshagen , Verwaltung
Institut: (ohne Institutsbezeichnung)
Fakultät: Fakultät II: Bildung, Architektur, Künste
DDC-Sachgruppe: Landschaftsgestaltung, Raumplanung
GHBS-Notationen: WUBR = Einzelne Teilgebiete (Umland, Stadtzentren, Neubau-, Altbauwohngebiete, Industriegebiete, Erholungsgebiete, ländliche Siedlungszentren, ...)
WUFB = Gebäudekunde
ZXZD = Städte und Ortschaften außerhalb des Siegerlandes (4 B)
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 17.07.2015
Erstellungsjahr: 2015
Publikationsdatum: 08.01.2016
Bemerkung: Hauptband und Anlagenband
Kurzfassung auf Deutsch: Altersgruppen spielen in der Diskussion um den „Demografischer Wandel“ eine zentrale Rolle, ohne dass dabei die Kriterien bzw. die konstituierenden Rahmenbedingungen zur Definition von Altersgruppen geklärt werden. Ferner bleibt ungeklärt, welche Wirkzusammenhänge durch unterschiedliche Relationen von Altersgruppen ausgelöst werden und auf welchen räumlichen Maßstabsebenen diese relevant sind. Grundsätzlich stehen demografische Dynamiken und deren Bewertungen in wechselseitigen Beziehungen zueinander; sie sind damit hochgradig gesellschaftlich vermittelte Prozesse.

In der Forschungsarbeit werden die „Lesarten“ des Alters exploriert sowie die Relevanz des Merkmals Alter in mehrdimensionalen Modellen sozialer Ungleichheit aufgezeigt. Es wird damit veranschaulicht, dass das Alter als Merkmal sozialer Ungleichheit keinesfalls apodiktisch definiert ist, sondern mehrere Dimensionen umfasst. Je nach Verfasstheit der Gesellschaft entwickelt das Alter unterschiedliche Wirkungen als Merkmal sozialer Ungleichheit, so dass in der historischen Abfolge dieser Bedingungen das jeweilige Alter unterschiedliche Lebensrealitäten hervorbringt. Aber auch die Modelle sozialer Ungleichheit verarbeiten das Alter als Merkmal sozialer Ungleichheit in unterschiedli-cher Weise. Da nicht geklärt werden kann, welche Merkmale für soziale Ungleichheit verantwortlich sind, ist die Frage nach der Relevanz der sozialen Ungleichheit aufgrund des Alters nicht abschließend zu beantworten. Alter erfährt sehr unterschiedlich Eingang in Modelle sozialer Ungleichheit, daher muss der Einfluss des Alters auf die soziale Ungleichheit durch den jeweiligen Analytiker impliziert werden.

Anhand einer Aktionsraumanalyse sowie leitfadengestützter Interviews wird untersucht, ob entlang des Alters unterschiedliche sozialräumliche Verhalten erkennbar sind, wie homogen das sozialräumliche Verhalten einer Altersgruppe bei Berücksichtigung weiterer Merkmale ist und wie stark der Einfluss des Alters auf das sozialräumliche Verhalten im Vergleich zu anderen Merkmalen ist. Ferner wird untersucht, ob außerfamiliäre Sozialkontakte vorrangig entlang der eigenen Altersgruppe unterhalten werden und ob die Konzentration Altersgruppengleicher im Betrachtungsraum Einfluss auf dieses Verhalten hat. Schließlich wird untersucht, ob die vergleichsweise hohe Konzentration von alten Menschen in städtischen Teilräumen zu einer symbolischen Veränderung dieser Teilräume führt.

Die Analyse von Altersgruppen zählt zu den verwaltungspraktischen Aufgaben von Kleinstädten, ohne dass hierfür umfängliches Erfahrungswissen zur Verfügung steht. Anhand der Kleinstadt Drolshagen wird daher aufgezeigt, welche Handlungsspielräume für die praktische Anwendung von Altersgruppenanalysen bestehen. Bleiben Alterstrukturanalysen hierbei auf die Verwendung des Merkmals „Altersgruppe“ beschränkt, bleibt deren Aussagekraft gering. Analysen unter Verwendung mehrerer Merkmale, in der z. B. Individuen entlang des Alters horizontal differenziert werden, sind von kleinstädtischen Verwaltungen jedoch unter Ausnutzung eigener Verwaltungsdaten nur eingeschränkt durchzuführen, weil insbesondere Merkmale zur vertikalen Skalierung der Bevölkerung nicht zur Verfügung stehen oder nicht verwendet werden dürfen.
Kurzfassung auf Englisch: Age groups play a central role in the discussion about “demographic change” without the criteria or constituent parameters for the definition of age groups being clarified. Moreover, the interactions triggered by different relationships within and between age groups and the spatial scale levels at which these are relevant still remain unclear. Fundamentally speaking, demographic dynamics and their evaluations are interrelated; as such, they are socially communicated processes of the highest order.

Research explores the different “interpretations” of age and depicts the relevance of the attribute of age in multidimensional models of social inequality. This illustrates that age as an attribute of social inequality is by no means apodictically defined, but rather en-compasses multiple dimensions. Depending on the prevalent social constitution, age develops different properties as an attribute of social inequality, with the result that in the historical sequence of these conditions the respective age breeds different life realities. However, the models of social inequality also treat age as an attribute of social inequality in differing ways. As it is not possible to clarify which attributes are responsible for social inequality, it is not possible to answer definitively the question of the relevance of social inequality based on age. Age is integrated in models of social inequality in a variety of different ways, which is why the influence of age on social inequality needs to be implied individually by the respective analyst.

The case employs an action space analysis and guideline-supported interviews to determine whether different sociospatial behaviours are evident in different age groups, how homogeneous the sociospatial behaviour of an age group is taking additional attributes into consideration and how strong the influence of age is on sociospatial behaviour compared with other attributes. It also investigates whether extrafamilial social contacts are primarily maintained in one’s own age group and whether the concentration of indi-viduals of the same age group in the study area influences this behaviour. Finally, it examines whether the comparatively high concentration of elderly people in urban sub-spaces results in a symbolic alteration of these subspaces.

The analysis of age groups falls under the practical administrative duties of small towns, although there is rarely extensive expertise available for the task. The small town of Drolshagen in Germany is taken as an example for illustrating the options available for the practical application of age group analyses. If age structure analyses are restricted to the use of the attribute “age group” when doing so, their informative value remains low. However, analyses which take into consideration multiple attributes, in which, for example, individuals from different age groups are differentiated horizontally, can only be performed to a limited extent by the administrative bodies of small towns using their own administrative data, particularly as attributes concerning the vertical scaling of the population are either not available or it is not possible to use them.
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