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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:467-585
URL: http://dokumentix.ub.uni-siegen.de/opus/volltexte/2005/58/


Didaktisches System für objektorientiertes Modellieren im Informatikunterricht der Sekundarstufe II

Brinda, Torsten

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Didaktik der Informatik , objektorientiertes Modellieren
Freie Schlagwörter (Englisch): E-Learning
Institut: (Ohne Institutsbezeichnung)
Fakultät: Fachbereich 12, Elektrotechnik und Informatik
DDC-Sachgruppe: Informatik
GHBS-Notation: TZX = Sonstiges. Didaktik der Informatik
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 14.03.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 17.10.2005
Kurzfassung auf Deutsch: In Deutschland befindet sich die informatische Bildung in der Sekundarstufe in einem konzeptionellen Wandel von starker Betonung der prozeduralen Programmierung hin zum objektorientierten Modellieren (OOM). Obwohl von Informatikdidaktikern empfohlen, betont und bereits in einigen Curricula der Bundesländer verankert, hat dieser Wandel die Mehrzahl der Schulen noch nicht erreicht. Ein scheinbarer Wandel fand statt von prozeduraler hin zur
objektorientierten Programmierung. Als eine wesentliche Ursache für die noch seltene Berücksichtigung von OOM in der Schulpraxis wurde im Rahmen der vorliegenden Arbeit, ausgehend von einer Literaturanalyse des fachdidaktischen Standes zum OOM, ein Mangel an verfügbaren Unterrichts- und Übungsbeispielen, unterrichtsgeeigneten Informatiksystemen zur Förderung der Aneignung von Fachkonzepten, Strukturierungshinweisen für den Unterricht und damit verbundenen Einsatzkonzepten identifiziert. Eine ähnliche Ausgangslage zeigt sich in anderen, wichtigen Themenfeldern des Informatikunterrichts (z.B. Wirkprinzipien von Informatiksystemen), die einerseits empfohlen werden, für die andererseits aber noch zu wenige Lehr-Lern-Materialien existieren bzw. zugänglich sind. Mit den Zielen, einerseits den identifizierten Bedarf beim OOM nachhaltig zu decken und andererseits auch in anderen Bereichen der informatischen Bildung zu einer Bereicherung der Lehr-Lern-Prozesse beizutragen, wurde ein als didaktisches System bezeichneter Verbund, bestehend aus traditionellen und neuen Komponenten des Lehr-Lern-Prozesses, konzipiert. Gestaltungsleitend war hierbei der zuvor dargelegte Bedarf. Begründet und exemplarisch erprobt wurde, wie die vorgeschlagenen Systemkomponenten Aufgabenklassen, Explorationsmodule und Wissensstrukturen zu einer Bereicherung traditioneller Lehr-Lern-Prozesse beitragen können, durch Anwendung in, als Gestaltungsmittel für und durch Förderung der fachdidaktischen Kommunikation und Diskussion zu Lehr-Lern-Prozessen. Bei Aufgabenklassen handelt es sich um abstrakte Aufgabenrahmen, die aus einem zu diesem Zweck entwickelten, Auswahl-, Abstraktions- und Strukturierungsprozess, hervorgingen, der auf über 320 Übungsaufgaben in fachwissenschaftlichen Lehrbüchern zum OOM angewandt wurde. Damit verbunden wurde eine Methodik zur Gestaltung von Aufgaben zum OOM zur Erfüllung vielfältiger fachdidaktischer Funktionen entwickelt, um diesen Prozess speziell für mit OOM wenig erfahrene Lehrende zu erleichtern. Lernenden geben Aufgabenklassen Orientierung, indem sie abstrakte Aufgabenrahmen mit im Unterricht erarbeiteten Lösungsstrategien verbinden. Die Bewältigung von Problemen mit ähnlichen Aufgaben wird damit vereinfacht. Bei Explorationsmodulen handelt es sich um softwarebasierte Lernangebote zur Anregung der Exploration von fachlichen Zusammenhängen in „Blended Learning“-Szenarios. Lernenden wird damit ein neuer, handlungsorientierter Zugang zu Fachkonzepten eröffnet, indem sie mit Repräsentationen von Fachkonzepten unter Verwendung systematischer Explorationsstrategien interagieren, anstatt ausschließlich zu programmieren. Dadurch schärfen sie nicht nur ihre Fach-, Methoden- und Sozial-, sondern auch ihre Lernkompetenz. Wissensstrukturen dienen als grafische Repräsentationen von fachlichen Erarbeitungsstrukturen unter Verwendung von Und-Oder-Graphen der Veranschaulichung von Vorkenntnisstrukturen zwischen Fachkonzepten für Akteure in Lehr-Lern-Prozessen. Sie erleichtern die fachdidaktische Analyse bzw. Diskussion von Lehr-Lern- Prozessen sowie die Kontrolle des erreichten Bildungsstands für Lehrende und Lernende. Die Vorgehensweise bei der Entwicklung der Komponenten des didaktischen Systems wurde ausführlich dokumentiert und abstrahiert. Dadurch ist ein Leitfaden gegeben, mit dem weitere didaktische Systeme für andere Themenbereiche oder andere Zielgruppen gestaltet werden
können. Gezeigt wurde weiterhin, wie eine exemplarische Erprobung durch Integration in den Informatikunterricht der Sek. II sowie in die Informatiklehreraus- und -weiterbildung erfolgen kann. Involviert in diesen Prozess waren über 100 Lernende im Informatikunterricht der Sek. II und in Studienwerbeveranstaltungen, 10 Lehramtsstudierende in der Informatiklehrerausbildung sowie über 200 Lehrende in Veranstaltungen zur Informatiklehrerfortbildung.
Kurzfassung auf Englisch: In Germany a conceptual change from strong emphasis of procedural programming to objectoriented modelling (OOM) is on the way within the field of secondary Informatics education. Though recommended and emphasized by Informatics didactists and already embodied in some of Germany’s federal Informatics curricula, the change has not yet reached the majority of schools. A seeming change was carried out from procedural to object-oriented programming. As part of the thesis at hand, based on a literature analysis of the status of didactics
concerning OOM, a lack of available teaching and exercise examples, class suitable Informatics systems supporting the acquisition of Informatics concepts, advice for class structuring and associated concepts of use were identified as essential reasons for the still rare consideration of OOM in school practice. A similar situation is evident in other important subject areas of secondary Informatics education (e.g. principles of Informatics systems), which, on the one hand, are recommended, for which, however, on the other hand, there are still too few teaching and learning materials existent respectively accessible. With the aim of, on the one hand, covering the identified need regarding OOM lastingly, while, on the other hand, contributing to the learning and teaching processes of other areas of Informatics education as well, a compound referred to as didactic system, consisting of both traditional and new components of the
learning and teaching process, was designed. In this context the deciding motive regarding the design was the need mentioned above. It was founded and proven exemplarily, how the proposed system components exercise classes, exploration modules, and knowledge structures could contribute to the enrichment of traditional learning and teaching processes through the use in, as means of creation of as well as through the support of communication concerning didactics and the discussion of learning and teaching processes. Exercise classes are abstract exercise templates, which have been derived from a choosing-, abstraction- and structuring process, especially developed for this purpose, which was applied to more than 320 exercises from scientific textbooks on OOM. In this context a methodology for creating exercises on OOM to perform a multitude of didactic functions was developed in order to facilitate this
process particularly for teachers with little experience with OOM. Exercise classes give learners orientation in combining abstract exercise templates with solution strategies worked out in class. Mastering problems with similar exercises is this way simplified. Exploration modules are software-based learning offers, which are to motivate exploration of Informatics concepts
in “blended learning”-scenarios. This way a new, learning-by-doing-oriented approach to Informatics concepts is opened up to learners, having them interact with representations of such concepts, while using systematic exploration strategies, instead of exclusively programming. In doing so they do not only sharpen up their professional-, method-, and social competence, but also their learning competence. As graphic representation of professional acquisition
structures using and-or-graphs, knowledge networks serve as an illustration of pre-knowledge relationships between concepts of a subject for actors in learning and teaching processes, facilitate the didactic analysis respective discussion of learning and teaching processes as well as the checking of the educational level reached for teachers and students. The approach to the development of the components of the didactic system was documented and abstracted at full length. Thus, a guideline is given, according to which more didactic systems regarding other subject areas or other target groups may be designed. Furthermore, it was shown, how an exemplary trial may take place by the means of integration into secondary Informatics education as well as into Informatics teacher education and in-service teacher training. More than 100 learners in secondary Informatics education and in university promotion events, ten student teachers of Informatics as well as more than 200 teachers participating in Informatics teacher trainings were involved in this process.
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