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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:467-9862
URL: http://dokumentix.ub.uni-siegen.de/opus/volltexte/2016/986/


"Ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?" : Impulse aus der Ekklesiologie Johannes Calvins und Karl Barths

Runkel, Elfi

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SWD-Schlagwörter: Ekklesiologie , Calvin, Jean , Barth, Karl , Gemeinschaft
Freie Schlagwörter (Deutsch): Barth, Karl 1886-1968
Institut: (ohne Institutsbezeichnung)
Fakultät: Fakultät I: Philosophische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Theologie, Christentum
GHBS-Notationen: IRO = Lehre von der Kirche. Lehre von den letzten Dingen
JBEO = Barth, Karl (1886 - 1968)
JDAO = Calvin, Johannes (1509 - 1564)
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 08.11.2013
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 02.03.2016
Kurzfassung auf Deutsch: Grundthese: Die Kirche ist als Leib Christi wesensmäßig Gemeinschaft. Die Gestaltung der empirisch sichtbaren Kirche als Gemeinschaft des Leibes Christi ist deshalb ein integraler Teil ihres Auftrags, Jesus Christus der Welt in Worten und Taten zu bezeugen.

Im Apostolicum wird die Kirche als „Gemeinschaft der Heiligen“ be­zeichnet. Bereits im Al­ten Testament besteht die Beziehung Gottes zu den Menschen als Beziehung zu einer Ge­meinschaft. Die Gottesbeziehung einzelner Menschen steht immer im Dienst der Gemein­schaft.
Im paulinischen Bild der Kirche als Leib Christi ist die Frage nach dem christlichen Glau­ben unlös­bar verknüpft mit der Frage nach der Kirche. Als Grundlegung ihrer Ekklesiolo­gie stellen sowohl Calvin als auch Barth die unio cum Christo in den Mittelpunkt. Die Ge­meinschaft untereinander ist unmittelbar in Christus gegründet. Indem sie Ekkle­siologie und Christologie miteinander verbinden, führen Johannes Calvin und Karl Barth Paulus’ Idee konsequent weiter.
So wird in den Sakramenten nicht nur die Zugehörigkeit zu Christus bezeugt und erfahren, sondern ebenso die Zusammengehörigkeit innerhalb der Gemeinschaft der Glaubenden. Insbesondere das Abendmahl als menschliche Möglichkeit, christliche Gemeinschaft, also die Teilhabe am Leib Christi, erfahrbar werden zu lassen, ist hier von großer Bedeutung. Calvins Überlegungen zur „Kirchenzucht“ werden vor diesem Hintergrund verständlich als Sorge um die Gemeinschaft des Leibes Christi. Während Calvins Sorge sich vornehmlich nach innen, in die Gemeinschaft hinein, richtet, hat Barth vor allem die Verantwortung nach außen, gegenüber der Welt im Blick. Da er davon ausgeht, dass die unio cum Christo allen Menschen geschenkt ist, ist der Auftrag der Kirche durch ihren Zeugendienst vor al­len Menschen bestimmt.
Der Zuspruch, als Kirche der Leib Christi zu sein, geht in eins mit dem Anspruch, als sol­cher seine Zeugin zu sein. Das wirkt sich nicht nur auf die theologi­sche Bestimmung der Kirche aus, sondern hat zugleich Konsequenzen für die Gestaltung der empirisch wahr­nehmbaren Kirche. Die Kirche gibt nicht nur in Worten, sondern mit ihrem ganzen Sein Zeugnis von der Versöhnung aller Menschen in Jesus Christus mit Gott. Nicht nur ihre Gottesdienste mit der Feier von Taufe und Abendmahl als sichtbarer Ausdruck ihrer Gemeinschaft, sondern ihre sichtbaren Strukturen insgesamt sind deshalb in sich verändernden gesell­schaftlichen Rahmenbedingungen stets aufs Neue auf ihre Nützlichkeit im Hinblick auf den Zeugendienst der Kirche zu über­prüfen. Die Spannung zwischen geglaubter und empi­rischer Kirche kann hierbei weder in die eine noch in die andere Richtung aufgelöst wer­den, sondern muss fruchtbar gestaltet werden. So müssen einerseits strukturelle Fragen immer auch theologisch reflektiert wer­den und andererseits theologische Erkenntnisse nach ihren strukturellen Auswirkungen befragt werden.
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