OPUS Siegen

Eingang zum Volltext in OPUS

Hinweis zum Urheberrecht

Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:hbz:467-7683
URL: http://dokumentix.ub.uni-siegen.de/opus/volltexte/2013/768/


Der Bildungsbegriff in der medienöffentlichen Debatte

The term of education (Bildung) in the public debate

Arab Alidusti, Kyrosch

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (3.752 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
SWD-Schlagwörter: Bildung , Bologna-Prozess , Humboldt, Wilhelm von , Hochschule , Freie Schule
Freie Schlagwörter (Deutsch): Wissensgesellschaft , Hamburger Schulstreit , Bildungsbegriff
Institut: (ohne Institutsbezeichnung)
Fakultät: Fakultät I: Philosophische Fakultät
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
GHBS-Notationen: HZYA = Theorie der Bildung und Erziehung. Bildungsphilosophie
OIV = Bildungspolitik. Erziehungsplanung
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.12.2012
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 19.11.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Auf der Sachebene verliert Bildung durch die permanenten Reformen (2000-2011) im Bildungswesen (zu dem immer mehr auch der Kindergarten bzw. die Kita gezählt wird) nie an Aktualität. Gerade das erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts zeichnete sich dadurch aus, dass die Diskussion um Bildung besonders intensiv geführt wurde. Die dazugehörenden Stichworte lauten unter anderem: Wissensgesellschaft, frühkindliche Bildung, Bologna, G8, Sekundarschule, Schulstreit, Bildungsrepublik und bildungsferne Schichten. Da sich in den Konnotationen eines Begriffs gesellschaftliche bzw. soziale Verhältnisse spiegeln (Maas 1985, 78), ist der bildungspolitische Diskurs bzw. die mediale Darstellung des Diskurses in verschiedenen Printmedien besonders gut geeignet, um den Begriff der Bildung in seiner jeweiligen aktualisierten Form zu untersuchen. Da die „aktuellen“ Reformen den Hintergrund für die Begriffsanalyse bilden, gehört die Darstellung und Erläuterung der Reformen sowie deren Hintergründe zwangsläufig dazu, wie auch nicht von der gesellschaftspolitischen Dimension von Bildung abgesehen werden kann. Besonders an diesen Stellen, aber auch in der gesamten Arbeit wird die „Diskursanalyse als Gesellschaftsanalyse“ verstanden, so wie es Siegfried Jäger im Gespräch mit Rainer Diaz-Bone (2006, Abs. 56) fordert. Entsprechend wird hier eine „transdisziplinäre Öffnung“ (ebd. Abs 55) verfolgt. Aber auch die Ergebnisse dieser fächerübergreifenden „Ausflüge“ werden auf die Frage der Verwendungsweise und des Bedeutungswandels des Begriffs Bildung zurückgeführt. Dieser Ansatz wird dadurch ergänzt, dass eine Diskursanalyse mit „gouvernementaler Perspektive“ (Maeße, 2010, 102) durchgeführt wird. Dies bringt es mit sich, dass auch die politische Funktion und die Folgen der Rhetorik (Dispositive) einbezogen werden.

Der Begriff Bildung gehört zu den sogenannten Hochwertbegriffen, die sich dadurch auszeichnen, dass sie in der politischen Kommunikation zustimmungspflichtig sind. Wer mehr oder bessere Bildung fordert, kann sich der allgemeinen Zustimmung sicher sein, daher fehlt der Begriff „Bildung“ in kaum einer „Sonntagsrede“. Derart aktualisiert besitzt der Begriff eine Vielzahl von Konnotationen. Diese Offenheit oder die Unbestimmtheit der Bedeutungsseite gehört zu den Eigenschaften eines „Begriffs“, weshalb es überhaupt erst zu Deutungskämpfen um Begriffe kommen kann (Knobloch, 1990, 67) – an diese Definition anknüpfend wird in dieser Arbeit untersucht, ob zu den bekannten neue Konnotationen hinzugekommen sind. Von besonderem Interesse ist bei der Untersuchung, ob sich der im politischen Streit erhobene Vorwurf der Ökonomisierung von Bildung als Konnotation feststellen lässt.
Diese Arbeit geht davon aus, dass es eine klassische Konnotation von Bildung, die sich mit dem Namen Humboldt verbindet, und den Bildungsbegriff der Wissensgesellschaft gibt. Die Konnotationen dieser beiden Bildungsbegriffe unterscheiden sich derart, dass sie als die beiden Pole des Gesamtdiskurses verstanden werden. Beide Bildungsbegriffe werden mithilfe der Diskursanalyse herausgearbeitet. Die Konnotationen der weiteren Diskurse, etwa um Bologna (Kapitel 6), den Hamburger Schulstreit, die Affäre Guttenberg (Kapitel 7) und um den Qualifikationsrahmen (Kapitel 8) werden zwischen diesen beiden Polen eingeordnet.
Kurzfassung auf Englisch: Because of permanent reforms within the educational system in Germany (from 2000-2011; to which also the kindergarten or preschool is more and more numbered among), “Bildung” [education] never loses its topicality on the factual level. Especially the first decade of the new millennia was characterized by the fact that the discussion about “Bildung” [education] was particularly intensively held. The relevant key terms are as follows: “Wissensgesellschaft” [information society], early education, Bologna, G8, secondary school, “Schulstreit” [dispute over school], “Bildungsrepublik” [the German Republic of Bildung], and educationally deprived classes of society. As social relations of a term are reflected in its particular connotations (cf. Maas 1985: 78), the educational discourse – or further its medial representation – can be used especially in order to examine the term “Bildung” [education] in its respective current form. The depiction and explanation of these reforms as well as their backgrounds are part of the thesis, since these “latest” reforms form the background for the term analysis. In a similar way, it is also impossible to leave out socio-political dimensions of “Bildung” [education]. Especially in those parts, but also in the whole work, the “discourse analysis” will be understood “as an analysis of society”, as Siegfried Jäger demands it in a discussion with Rainer Diaz-Bone (“Diskursanalyse als Gesellschaftsanalyse”, my translation, 2006: par. 56). Accordingly, an “interdisclipinary opening” (“tranzdisziplinäre Öffnung”, my translation, ibid. par. 55) is pursued here.
Further, the outcomes of these interdisciplinary “excursions” will be deduced to the question of the mode of use and the change in meaning of the term “Bildung” [education]. This approach will be complemented by conducting a discourse analysis with a “governmental perspective” (“gouvernmentaler Perspektive”, my translation, cf. Maeße 2010: 102). This necessarily causes the inclusion of the political function as well as the consequences of the rhetoric (dispositives).
The term “Bildung” [education] is part of the so called “Hochwertbegriffe” [which may be translated as ‘high value terms’], which distinguish themselves by the requirement of approval within political communication. Someone who demands more or better education can be sure to have full public support on her/his side. That is why the term “Bildung” [education] is only rarely missed in any “Sonntagsrede” [which may be translated as ‘soap box oratory’]. In its long history of being updated, the term holds a large variety of connotation. This openness or uncertainty on the side of meaning is part of the properties of a “term”. This fact alone sparks the possibilities of struggles over interpretation(s) (cf. Knobloch 1990: 67). Following Knoblochs definition, this work in progress will analyze whether new connotations have clustered around to the already existing connotations. Of special interest within the analysis will be the question whether the accusation of economization (brought up within the political dispute) of Bildung [education] can be recognized as a connotation.
The work in progress assumes that there exists a classical connotation of Bildung [education] connected to the name of Humboldt and the “Bildungsbegriff” [term of education] of the “Wissensgesellschaft” [information society]. The connotations of these two “Bildungsbegriffe” [terms of education] differ widely which allows to set up these two terms as poles of the overall discourse. Both “Bildungsbegriffe” [terms of education] will be defined by means of discourse analysis. The connotations of the other discourses, i.e. Bologna (chapter 6), the “Hamburger Schulstreit” [the famous dispute over school in Hamburg], the political affair around the former German Defence Minister Guttenberg (chapter 7), the qualifications framework (chapter 8), will be filed in between those two poles.
Lizenz: Veröffentlichtungsvertrag